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"Normalerweise liegt eine Revolution vor uns und kündigt sich mit
»Getöse« an. Die Algorithmische Revolution dagegen liegt bereits
hinter uns und nur wenige haben sie bemerkt - umso wirkungsvoller ist sie gewesen.
Die Algorithmische Revolution begann um 1930 in der Wissenschaft, um 1960 in
der Kunst. Inzwischen gibt es kaum noch einen Bereich unseres gesellschaftlichen
und kulturellen Lebens, der nicht von Algorithmen durchdrungen ist: Technik,
Transport, Haushalt, Banken, Wirtschaft, Kommunikation, Architektur, Literatur,
Kunst, Musik."
Peter Weibel: http://www01.zkm.de/algorithmische-revolution/
Über den Text hinaus, der seine materiale Spur im Protokoll findet, gibt
es keinen Zugang zu einer dahinterliegenden sozialen Wirklichkeit. Sozialer Raum, soziale
Zeit und Bewusstsein sind parasitäre Fallstrukturen, die sich durch Abzählung
anderer Fallstrukturen reproduzieren und transformieren.(*) Die Reproduktion ist
der Grenzfall der Transformation. Subjekte sind Kopier- und Rekombiniermaschinen
der Fallstrukturen. Jedes Ereignis in der die Fallstruktur protokollierenden
Zeichenkette ist Zeichen eines Alphabetes. Die Regeln der Verknüpfung sind
äquivalent zu einer kontextfreien formalen Sprache, die "left to the
right" operiert. Die Produktionen sind gewichtete Kanten eines Graphen.
Die Ereignisse sind die Knoten des Graphen. Transformiert, Rekombiniert und
Selektiert werden die Gewichte der Kanten. Die Rekombination der Gewichte kann durch Fuzzy Logic Modelle (z.B. Thomas Kron) simuliert werden. Fuzzy Logic (z.B. Thomas Kron) und K-Systeme ergänzen sich gegenseitig. So entsteht Neues bei gleichzeitiger
Wahrung der kontinuierlichen Anschlussfähigkeit. K-Systeme modelliern diesen
Prozess. K-Systeme modellieren den algorithmischen Strukturalismus, den genetischen
Strukturalismus (Ulrich Oevermann), die konstruktivistische Systemtheorie (Niklas Luhmann), die Memetik (Richard Dawkins, Susan Blackmore), das Modell wechselnder Paradigmen (Thomas Kuhn), das Agentenmodell von Marvin Minsky, Daniel Dennett und Thomas Metzinger, die evolutionäre Erkenntnistheorie von Karl Popper.
(*) Es ist eine Tautologie, dass eine dahinterliegende Subjektivität nicht intersubjektivierbar ist.
Für die K-Systeme hatte ich Mitte der 90er des vorigen Jahrhunderts mit Missachtung gerechnet.
Das ganz einfach deshalb, weil die Adressaten der Arbeit im Sammelbecken der qualitativen Sozialforschung zu suchen sind.
Einziges gemeinsames Merkmal dieses Sammelbeckens ist es, nicht empirisch-analytisch vorzugehen und keine formalen Modelle
zu verwenden. Ich habe ganz einfach mit Unverständnis gerechnet. Nicht gerechnet habe ich mit Hass und wilder Hetzjagd.
Ein Qualitativer ging sogar soweit, mir anzudrohen, mir seine „Tatze“ in meine „Fratze“ zu schlagen.
Wie Inquisitoren fühlten sich die hasserfüllten Angreifer berechtigt ihren Glauben mit Feuer und Schwert durchzusetzen.
Ich musste lernen, dass es nicht nur zum Habitus eines Qualitativen gehört, den Text seines Meisters erst zu verstehen
und reproduzieren zu können, um ihn dann inhaltlich zu kritisieren, sondern bei einigen auch, die Gebete des Meisters
zu beten, Zauberformeln auszusprechen und Andersdenkende ohne Verständnis der Sache als Ketzer zu entlarven.
Es ist, als kämpfe Aristoteles mit Freuer und Schwert gegen Galilei.
"Normalerweise liegt eine Revolution vor uns und kündigt sich mit
»Getöse« an. Die Algorithmische Revolution dagegen liegt bereits
hinter uns und nur wenige haben sie bemerkt - umso wirkungsvoller ist sie gewesen.
Die Algorithmische Revolution begann um 1930 in der Wissenschaft, um 1960 in
der Kunst. Inzwischen gibt es kaum noch einen Bereich unseres gesellschaftlichen
und kulturellen Lebens, der nicht von Algorithmen durchdrungen ist: Technik,
Transport, Haushalt, Banken, Wirtschaft, Kommunikation, Architektur, Literatur,
Kunst, Musik."
Peter Weibel: http://www01.zkm.de/algorithmische-revolution/
Qualitative Sozialforschung wird in Zukunft immer algorithmische Modellierung sein.
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